Die Zukunft der Abgeltungsteuer: Die Bank mit automatischem Religionszugriff

Ist man Arbeitnehmer, wird die Kirchensteuer zusammen mit der Lohnsteuer vom Lohn abgezogen und an das Finanzamt gezahlt. Es sind, je nach Bundesland, 8 % oder 9 % der Lohnsteuer. Ob man Kirchensteuer zu zahlen hat, ergibt sich aus der Lohnsteuerkarte.
Auch auf die Abgeltungsteuer ist die Kirchensteuer fällig. Wird sie ebenfalls automatisch einbehalten? Normalerweise nicht. Nur wenn man die Bank ausdrücklich damit beauftragt, wird sie direkt von den Kapitalerträgen einbehalten. Hat man mehrere Banken, muss man mehrere Aufträge erteilen. Und wenn man sich nicht bei der Bank meldet? Dann muss man die Kapitalerträge in der Steuererklärung angeben, damit das Finanzamt die Kirchensteuer berechnen und einziehen kann. Das funktioniert aber nicht so recht. Experten schätzen, dass tatsächlich nur rd. 20 % der Kirchensteuer zur Abgeltungsteuer gezahlt werden.
Den Kirchen kann dies natürlich nicht Recht sein. Daher wird nach 2013 ein neues Verfahren greifen: Die Banken werden auf eine zentrale staatliche Datenbank zugreifen, in der die Religionszugehörigkeit verzeichnet ist. Die Kirchensteuer wird dann automatisch von den Banken eingezogen. Wenn die Ehepartner unterschiedlichen Kirchen angehören oder nur einer von beiden kirchensteuerpflichtig ist, dann wird eine hälftige Aufteilung der Erträge unterstellt.
Kann man diesen automatischen Kirchensteuerabzug vermeiden? Ja, man kann ihm widersprechen. Allerdings wird der Widerspruch ans Finanzamt gemeldet und das wird einen auffordern, die Steuererklärung abzugeben, damit dort die richtige Kirchensteuer berechnet werden kann.
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Daniel Ziska, StB, GPC Tax

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